Wie lassen sich Bedienbarkeit und Sicherheit am Controller-Arbeitsplatz vereinen?

Wie lassen sich Bedienbarkeit und Sicherheit am Controller-Arbeitsplatz vereinen?

Je mehr Informationen in Towern, Remote Towern und Kontrollzentren zusammenlaufen, desto wichtiger wird der Controller-Arbeitsplatz selbst. Radardaten, Flugpläne, Wetterinformationen, Kommunikationssysteme, Kamerabilder und technische Monitoringdaten müssen nicht nur verfügbar sein, sie müssen so gebündelt, dargestellt und zugänglich gemacht werden, dass ATCOs und technische Teams sie schnell und sicher nutzen können, ohne von der Komplexität der Systeme ausgebremst zu werden.

Gleichzeitig unterliegt die Flugsicherung strengen operativen und technischen Anforderungen. Systeme müssen verfügbar, zuverlässig und geschützt sein. Redundanz, Zugriffskontrolle, stabile Signalübertragung und Cybersecurity sind keine Zusatzfunktionen, sondern Teil des Sicherheitskonzepts.

Genau hier entsteht die eigentliche Aufgabe moderner Controller-Arbeitsplätze: Sie müssen Komplexität sichtbar machen, ohne sie an den Nutzer weiterzugeben. Bedienbarkeit und Sicherheit dürfen deshalb nicht getrennt geplant werden. Sie müssen in der Infrastruktur, im Arbeitsplatzdesign und im Systemzugriff zusammenspielen.

KVM-Technologie kann dabei helfen, diese Anforderungen miteinander zu verbinden. Sie ermöglicht in Towern, Remote Towern und Kontrollzentren den flexiblen Zugriff auf IT-Systeme, unterstützt übersichtlichere Arbeitsplatzkonzepte und kann durch redundant ausgelegte Komponenten und Signalwege zur zuverlässigen Verfügbarkeit kritischer Systeme beitragen.

Warum Controller-Arbeitsplätze heute mehr leisten müssen

Die Anforderungen an Controller-Arbeitsplätze steigen, weil sich die technische Umgebung verändert. Digitale Tower-Konzepte, vernetzte Systeme, zusätzliche Datenquellen und höhere Anforderungen an Cybersecurity führen dazu, dass Informationen nicht nur verfügbar sein müssen. Sie müssen auch sinnvoll dargestellt, sicher zugänglich und zuverlässig bedienbar sein.

Für ATCOs bedeutet das: Der Arbeitsplatz muss Überblick schaffen. Relevante Informationen sollten dort verfügbar sein, wo sie gebraucht werden. Wechsel zwischen Systemen, Monitoren oder Bediengeräten sollten möglichst reduziert werden. Denn je komplexer die Umgebung wird, desto wichtiger ist eine klare, ergonomische und konsistente Bedienung.

Auch technische Teams profitieren von einer Infrastruktur, die Systeme zentral zugänglich macht und gleichzeitig klare Kontroll- und Sicherheitsmechanismen bietet. Gerade in Kontrollräumen, technischen Leitständen oder Remote-Tower-Umgebungen kann ein flexibler Zugriff auf verschiedene Rechner und Quellen Abläufe vereinfachen.

Informationsvielfalt besser beherrschbar machen

In modernen Kontrollräumen in der Flugsicherung geht es nicht nur darum, viele Informationen darzustellen. Entscheidend ist, wie diese Informationen angeordnet, kombiniert und bedient werden können. Wenn für jede Quelle ein eigener Monitor oder ein separates Bediengerät nötig ist, entsteht schnell Unübersichtlichkeit.

Multi-Viewing-Lösungen ermöglichen es, mehrere Quellen auf einem großen Display oder über mehrere Monitore hinweg flexibel darzustellen. Arbeits- und Monitoringbereiche können individuell angeordnet werden. Einmal konfigurierte Anordnungen lassen sich als Presets speichern und erneut abrufen. Das unterstützt flexible Arbeitsplatzkonzepte, etwa für unterschiedliche Aufgaben, Rollen oder Betriebssituationen.

Für ATCOs kann das bedeuten: weniger visuelle Fragmentierung, schnellerer Zugriff auf relevante Quellen und eine Arbeitsplatzumgebung, die sich besser an konkrete Situationen anpassen lässt.

Digitale Tower: Klarheit statt Informationsüberlastung

Besonders deutlich wird diese Entwicklung bei digitalen Towern. Hier ersetzen oder ergänzen Kamerasysteme, Videowalls und digitale Informationsquellen den direkten Blick aus dem Tower. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, aber auch neue Anforderungen an die Darstellung und Bedienung.

Wetterdaten, Flugplandaten, Radarinformationen und Kamerabilder müssen so zusammengeführt werden, dass sie Orientierung geben und nicht überfordern. Für ATCOs zählt nicht die reine Menge an Informationen, sondern deren Nutzbarkeit im richtigen Moment.

KVM- und Multi-Viewing-Lösungen können helfen, unterschiedliche Quellen strukturiert bereitzustellen. Je nach Anwendung lassen sich Panoramabilder, einzelne Videoquellen und ergänzende Daten in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung darstellen und bedienen. Der Arbeitsplatz wird damit zu einem zentralen Element des digitalen Tower-Konzepts.

Sicherheit beginnt bei der Infrastruktur

Neben Benutzerfreundlichkeit ist Sicherheit der zweite zentrale Aspekt. In der Flugsicherung müssen Systeme nicht nur effizient bedienbar, sondern auch zuverlässig geschützt sein. Das betrifft sowohl physische Sicherheit als auch Cybersecurity und Ausfallsicherheit.

KVM-Technologie ermöglicht es, Rechner in gesicherten Technikbereichen zu betreiben, während ATCOs und technische Teams vom Arbeitsplatz aus auf die benötigten Systeme zugreifen. Diese räumliche Trennung kann helfen, sensible Systeme besser zu schützen und die Infrastruktur kontrollierter aufzubauen.

Auch Redundanz spielt eine wichtige Rolle. Fällt ein primäres System aus, muss ein alternatives System schnell und zuverlässig verfügbar sein. Redundant ausgelegte KVM-Infrastrukturen, etwa mit zwei KVM-Matrizen oder getrennten Signalwegen, können dazu beitragen, den Zugriff auf kritische Systeme auch bei Störungen abzusichern.

Aus Cybersecurity-Perspektive ist relevant, dass KVM den Zugriff auf Rechner über definierte Schnittstellen wie Video, Tastatur und Maus bereitstellt, ohne eine direkte logische Verbindung zwischen den angebundenen Computersystemen zu schaffen. Dadurch können sensible Systeme in geschützten Technikbereichen betrieben und vom Arbeitsplatz aus kontrolliert zugänglich gemacht werden. Ergänzende Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung, Benutzerrechte und Zwei-Faktor-Authentifizierung stärken den Schutz zusätzlich.

Flexible Arbeitsplatzlösungen für mehr Bedienkomfort

In diesem Kontext bietet G&D verschiedene Lösungen, die ATCOs bei Darstellung, Zugriff und Bedienung unterstützen.

Mit der DynamicWorkplace-CON lassen sich KVM-Matrixinstallationen um flexible Multi-Viewing-Funktionen erweitern. Das Produkt ermöglicht es, bis zu acht Computerquellen in Echtzeit auf bis zu vier Monitoren darzustellen und zu bedienen. Über den integrierten Window Manager können Quellen frei positioniert und an individuelle Arbeits- oder Monitoringbereiche angepasst werden. Die Unterstützung von Auflösungen bis zu 4K bei 60 Hz trägt zu einer klaren und ergonomischen Darstellung am Controller-Arbeitsplatz bei.

Der PersonalWorkplace-Controller kombiniert Multi-Viewing mit Keyboard-Mouse-Interaktion und unterstützt den flexiblen Zugriff auf physische Quellen und Streams. Das ist besonders relevant für Kontrollräume, technische Leitstände oder Videowall-Umgebungen, in denen Inhalte situationsbezogen dargestellt und bedient werden müssen.

Ergänzend dazu bringt das CommandKeyboard-Advanced zentrale Bedien- und Steuerfunktionen direkt an den Arbeitsplatz. Mit haptischen Eingaben, integriertem Touch-Display, Beleuchtung und eigener Rechenleistung lassen sich Steueroberflächen, HTML5-Dashboards oder definierte Eingaben direkt über das Gerät nutzen. Besonders in hochsicheren Umgebungen ist relevant, dass vordefinierte Eingaben ausgelöst werden können, ohne dass die Tastatur selbst eine Netzwerkverbindung benötigt.

Gemeinsam zeigen diese Lösungen, wie moderne Arbeitsplätze in der Flugsicherung nicht nur Zugriff auf Systeme ermöglichen, sondern auch Darstellung, Bedienung und Sicherheit besser zusammenführen können.

Fazit

Controller-Arbeitsplätze stehen vor einer klaren Aufgabe: Sie müssen wachsende Informationsmengen, komplexere Systemlandschaften und höhere Sicherheitsanforderungen beherrschbar machen. Dabei reicht es nicht, einzelne Systeme leistungsfähiger zu machen. Entscheidend ist, wie Informationen zugänglich, sichtbar und bedienbar werden.

KVM- und Multi-Viewing-Technologien sowie smarte Bedienkonzepte können hier eine wichtige Rolle spielen. Sie unterstützen flexible Systemzugriffe, strukturierte Informationsdarstellung, räumliche Trennung von Mensch und Technik sowie Redundanz- und Sicherheitskonzepte.

Am G&D-Stand H2-B29 auf der Airspace World erleben Besucher und technische Teams von ANSPs, wie Kontrollräume in der Praxis aussehen können: übersichtlich, flexibel, redundant und sicher. Im Mittelpunkt stehen Lösungen, die komplexe ATC-Umgebungen besser beherrschbar machen.

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