Moderne Bedienkonzepte für mehr Effizienz am Operator-Arbeitsplatz
In missionskritischen Leitstellen und anderen anspruchsvollen Betriebsumgebungen wandeln sich die Anforderungen an den Arbeitsplatz spürbar. Mit der zunehmenden Vernetzung von Systemen und der wachsenden Komplexität operativer Umgebungen erweitert sich der Fokus schrittweise über die reine Infrastruktur hinaus. Denn auch wenn leistungsfähige Technologien wie KVM und AV-over-IP weiterhin die Grundlage bilden, gewinnt die Interaktion am Arbeitsplatz zunehmend an Bedeutung.
Für Leitstellenplaner rückt damit eine zentrale Frage in den Fokus: Wie können Bedienplätze so gestaltet werden, dass hochkomplexe Umgebungen einfacher, schneller und sicherer zu steuern sind?
Aus unserer Sicht ist diese Entwicklung ein konsequenter nächster Schritt. Aufbauend auf langjähriger Erfahrung mit leistungsfähigen Kontrollraum- und Infrastrukturtechnologien erweitern wir unser Portfolio gezielt um Lösungen, die die Benutzerinteraktion am Arbeitsplatz verbessern.
Wenn Komplexität zum Bedienfaktor wird
Bediener müssen heute mehr Systeme, mehr Informationsquellen und mehr Prozesse gleichzeitig steuern als je zuvor. An einem einzelnen Arbeitsplatz werden häufig verschiedenste Systeme parallel genutzt:
- operative IT- und Einsatzsysteme
- Monitoring-, Sensor- und Videoüberwachungsquellen
- Kommunikations- und Kollaborationsplattformen
- Prozess- und Leitsteuerungsanwendungen
- Visualisierungssysteme wie Operator-Displays und Videowände
Selbst Routineaufgaben umfassen dabei häufig mehrere manuelle Schritte. Nutzer müssen zwischen Systemen wechseln, Quellen auswählen, Darstellungen anpassen oder vordefinierte Abläufe gezielt auslösen. Diese Vielzahl an Einzelinteraktionen summiert sich im Betrieb schnell zu einem relevanten Belastungs- und Effizienzfaktor.
Damit wird Usability zu einem kritischen operativen Faktor. Ziel ist es, Bedienbarkeit und Workflow-Geschwindigkeit zu verbessern, ohne dabei Sicherheit und Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen.
Vier Bausteine für eine effizientere Interaktion im Kontrollraum
Wie sich dieser Anspruch in der Praxis umsetzen lässt, zeigen vier Lösungsansätze, die an der Schnittstelle zwischen technischer Systemwelt und konkreter Nutzerinteraktion ansetzen: CommandKeyboard, CommandDeck, ControlVu von VuWall und CommandKeyboard-Advanced.
1. CommandKeyboard
Das CommandKeyboard verbindet das vertraute Bediengefühl einer klassischen Tastatur mit zusätzlichen, frei programmierbaren Funktionstasten. Dadurch erweitert es den Arbeitsplatz um direkt verfügbare, individuell konfigurierbare Eingabefunktionen, ohne etablierte Bedienabläufe grundlegend zu verändern.
Als Standard-HID-Tastatur lässt sich das CommandKeyboard nahtlos in bestehende Arbeitsumgebungen integrieren. Die programmierbaren Tasten werden per Software konfiguriert, die Makros direkt im internen Speicher abgelegt. So kommt das Gerät im Betrieb ohne zusätzliche Laufzeitsoftware oder spezielle Treiber auf dem Zielsystem aus.
Sein besonderer Mehrwert liegt in der Kombination aus einfacher Integration, hoher Kompatibilität und unmittelbarer Verfügbarkeit wiederkehrender Funktionen. Häufig genutzte Eingabefolgen lassen sich direkt auf Tasten legen und schnell auslösen. So entsteht ein Bedienkonzept, das vertraut bleibt und sich zugleich gezielt an die Anforderungen moderner Leit-, Kontroll- und Bedienarbeitsplätze anpassen lässt.
2. CommandDeck
Während das CommandKeyboard vertraute Eingaben erweitert, geht das CommandDeck einen Schritt weiter: Es macht wiederkehrende Abläufe direkter zugänglich Als dedizierte, programmierbare Steueroberfläche bringt es häufig genutzte Funktionen dorthin, wo sie gebraucht werden: unmittelbar an den Arbeitsplatz des Operators.
Statt Routineaktionen jedes Mal manuell über mehrere Softwareebenen auszuführen, können vordefinierte Befehle über eine klar strukturierte Bedienfläche direkt ausgelöst werden. Das reduziert Zwischenschritte, beschleunigt wiederkehrende Abläufe und unterstützt eine konsistente Ausführung typischer Aufgaben.
Technisch arbeitet das CommandDeck auf Basis standardisierter HID-Signale und übergibt definierte Eingabe- oder Steuerimpulse an das angeschlossene System. Dadurch lässt es sich flexibel in bestehende Umgebungen integrieren und als direkte Befehlsebene am Arbeitsplatz nutzen.
3. ControlVu von VuWall
Auch die Visualisierung spielt für moderne Bedienplätze eine wichtige Rolle. ControlVu bietet dafür eine zentrale Softwareoberfläche, über die sich Layouts verwalten, Quellen routen und unterschiedliche Darstellungsszenarien direkt vom Arbeitsplatz aus anpassen lassen.
Mit der Steuerungssoftware TRx lässt sich ControlVu flexibel in unterschiedliche Arbeitsplatz-, KVM- und Systemumgebungen einbinden. Dadurch können nicht nur Aufgaben rund um Anzeige und Visualisierung, sondern auch arbeitsplatzbezogene Steuerungsfunktionen über eine zentrale Oberfläche abgebildet werden.
Das schafft mehr Flexibilität im Betrieb, ermöglicht schnelle Anpassungen und unterstützt eine konsistente Bedienung über unterschiedliche Anwendungsbereiche hinweg.
4. CommandKeyboard-Advanced
Im CommandKeyboard-Advanced laufen viele dieser Entwicklungsschritte in einer zentralen Bedien- und Steuereinheit zusammen. Das Gerät ist als zentrale Bedien- und Steuereinheit für moderne Leitstellenarbeitsplätze konzipiert. Mit haptischen Eingaben, integriertem Touch-Display, vollflächiger Beleuchtung und eigener Rechenleistung vereint es zentrale Bedienfunktionen in einem einzigen Gerät.
Seine technische Grundlage ist ein integrierter System-on-Chip (SoC), über den webbasierte Anwendungen und Steueroberflächen direkt auf dem Gerät bereitgestellt werden können – etwa Weboberflächen oder Umgebungen wie VuWall Dynamic Control. Das eröffnet Spielraum für individuelle HTML5-Dashboards, Leitstellen-Interfaces oder weitere browserbasierte Anwendungen auf dem Touch-Display. Auch die HID-basierte Ausführung vordefinierter Eingaben ist auf dieser Plattform umgesetzt.
Damit bringt das CommandKeyboard-Advanced mehr Funktionalität, mehr Flexibilität und mehr Intelligenz direkt an den Arbeitsplatz. Die offene Architektur ermöglicht die Kombination mit unterschiedlichen Anwendungen, Weboberflächen und Steuerungslösungen. Gleichzeitig lassen sich definierte Eingaben direkt über das Gerät auslösen, ohne dass die Tastatur selbst eine Netzwerkverbindung benötigt – ein klarer Vorteil insbesondere in hochsicheren Umgebungen.
Integration in die bestehende Infrastruktur
Moderne Benutzeroberflächen sollten nicht als isolierte Werkzeuge verstanden werden. Entscheidend ist vielmehr, dass sie sich offen in bestehende Technologieökosysteme einfügen und mit unterschiedlichen Systemen, Plattformen und Anwendungen zusammenarbeiten können. Die vorgestellten Lösungen sind dabei nicht an eine bestimmte Kontrollraum-Infrastruktur gebunden, sondern lassen sich auch eigenständig und in bereits vorhandene Arbeitsumgebungen integrieren.
Gerade darin liegt ihre besondere Relevanz: Sie ermöglichen es, den Operator-Arbeitsplatz gezielt funktional zu erweitern – unabhängig davon, welche Infrastruktur im Hintergrund eingesetzt wird.
Fazit
Mit der wachsenden Komplexität von Systemlandschaften in Kontrollräumen wird die Benutzerschnittstelle selbst zu einem entscheidenden Faktor für Effizienz, Ergonomie und Situationsbewusstsein. Gute Bedienkonzepte helfen dabei, Prozesse klarer zu strukturieren, Bedienwege zu verkürzen und den Arbeitsplatz gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Einsatzumgebung auszurichten.
Aufbauend auf leistungsfähigen Kontrollraum- und Infrastrukturtechnologien rücken mit dem CommandKeyboard, dem CommandDeck und dem CommandKeyboard-Advanced von G&D nun verstärkt auch Lösungen für den Operator-Arbeitsplatz in den Fokus. Ergänzt um softwarebasierte Oberflächen wie ControlVu von VuWall wird deutlich, wie sich Infrastruktur und Bedienkonzept sinnvoll zusammendenken lassen.
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